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David

ÜBER UNS

Das Verein Alexander David Zentrum ist anerkannter Träger der freien Jugendhilfe. Ziel des Vereins Alexander David Zentrum e. V. ist laut Satzung „die sozialen Belange seiner Mitglieder sowie aller Bürger, die sich an den Verein wenden, wahrzunehmen und zu Vertreten“. Ein zentrales Anliegen ist dabei die Förderung der Verständigung zwischen Menschen unterschiedlicher Nationalitäten und unterschiedlicher Religionen. Die Angebote richten sich folgerichtig an Menschen jüdischen und nichtjüdischen Glaubens. Das Hauptaugenmerk wird auf die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen gerichtet, die, dem Leitgedanken der Kinder- und Jugendhilfe folgend, bei der Entwicklung zu eigenverantwortlichen Persönlichkeiten gefördert und der Integration in das gesellschaftliche Leben unterstütz werden sollen. Es wird dabei der Ansatz verfolgt, Kinder und Jugendliche mit Migrationshintergrund bei der Entwicklung der eigenen Identität zu unterstützen und ihnen Möglichkeiten darzulegen, Fähigkeiten zu entwickeln, die sie in ihrem Selbstwertgefühl stärken. Das „Alexander David Zentrum e. V.“ setz sich für eine interkulturelle Erziehung und Bildung der Mädchen und Jungen ein. Dies bedeutet neben einer Auseinandersetzung mit einem auf freiheitliche Rechte und Toleranz basierendem Demokratieverständnis die Vermittlung von Wissen über Riten und Brüuche des Judentums und anderer Religionsgemeinschaften.

Alexander David stammte aus Halberstadt. Dort wurde er am 17. Januar 1687 (2. Schebat 5447) geboren,
er starb am 14. Oktober 1765 (20.Tischri 5526) in Braunschweig.

Er war der Wiederbegründer der jüdischen Gemeinde in Braunschweig und legte mit seiner kultischen Sammlung den Grundstück für das Jüdische Museum im Braunschweigischen Landesmuseum.

Als fast 20jaehriger ließ er sich im Jahre 1707 in Braunschweig nieder.

Herzog Anton Ulrich (1613 – 1714) verlieh ihm bereits im Jahre 1708 das Schutzrecht auf Lebenszeit. 1717 wurde er von Herzog August Wilhelm (1662 – 1731) zum Hoflieferanten ernannt. Der ausgestellte Schutzbrief weist Alexander David sowohl als Kammeragenten und als Bankier der Herzöge von Braunschweig als auch als Kaufmann der Stadt Braunschweig aus.

Seine Rechte waren weitreichend, und er durfte mit allem Handel treiben, womit auch die christlichen Kaufleute handelten. Zudem erhielt er das Recht, die forstliche Tabakfabrik zu führen. Diese Aufgabe nahm er bis 1728 wahr.

Mit diesen Privilegien reüssierte Alexander David zum erfolgreichen Geschäftsmann und hafte dementsprechend viele Gegner in der Kaufmannschaft, aber auch in den Zünften. Mit der Unterstützung des Herzogs konnte Alexander David das Haus am Kohlmarkt 16 erwerben. Es war für den Kammeragenten Wohn- und Geschäftshaus in einem.

Dieses Haus entwickelte sich gleichsam zu einem Zentrum der Gastlichkeit und Gelehrsamkeit. Grundsätzlich war jeder willkommen.

Vor allem liebte es Alexander David, mit gelehrten Rabbinern zu sprechen, die regelmäßig bei ihm zu Gast waren. Ihre Studien förderte er – ihre erzielten Ergebnisse ließ er auf eigene Kosten veroeffentlichen.

Alexander David steht für den Neubeginn jüdischen Lebens in Braunschweig, nachdem die Juden Mitte des 16. Jahrhunderts aus der Stadt vertrieben worden waren. Schon bald richtete er in seinen privaten Räumen eine Betstube ein. Es war ein Zimmer, das er für den Außenstehenden dadurch kenntlich machte, dass er über der Tür die Worte aus der Genesis 28,17 zitierte: „Wie heilig ist diese Stätte! Hier ist nichts anderes als Gottes Haus, und hier ist die Pforte des Himmels“. In seine Synagoge zog er sich täglich morgens und abends zur Andacht zurück. Dort feierte er auch Gottesdienst, wenn die Mindestzahl von zehn erwachsenen Männern zusammenkam. Seinen Gebetsraum schmückte er und ließ ihn mit einer beachtlichen Sammlung kultischer Zeugnisse und kostbarer Handschriften ausstatten.

Alexander David machte seine Sammlung der Öffentlichkeit zugänglich und richtete auf diese Weise gleichsam ein Museum ein – das erste jüdische Museum weltweit! Der wohlhabende Kammeragent verfolgte die Absicht, über das Leben der Juden aufzuklären und Verständnis für ihre Religion zu wecken. Das Jüdische Museum im Braunschweigischen Landesmuseum steht in dieser Tradition und gilt daher in der Forschung als das Älteste jüdische Museum der Welt. Anlässlich ihres 200jährigen Bestehens der jüdischen Gemeinde zu Braunschweig am 27. Februar 1907 würdigte der damalige Landesrabbiner Dr. Guttmann Ralf (1851 – 1915) Alexander David mit den Worten: „Der Mann, der sie [sc. die jüdische Gemeinde] gegründet, verdient, dass ihm auch […] [mit Worten] ein Denkmal gesetzt wird; sein Verständnis für jüdische Kunst und seine Opferwilligkeit, wo es deren Forderung galt, geben ihm ein Anrecht darauf“. Wegen seines Einsatzes, die jüdische Kultur der Öffentlichkeit durch die Ausstellung jüdischer Zeugnisse zu vermitteln, wurde beim Vorstand des Vereins zur Förderung des Braunschweigischen Landesmuseums e.V. der Antrag gestellt, Alexander David posthum zum Ehrenmitglied zu ernennen.

Dr. Hans-Jürgen

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